"Scout"-Info
Wer darf sich „Scout“ nennen?
Im Kontext des Projekts „Sprache verbindet“ bezeichnet der Begriff „Scout“ einen sozial besonders engagierten, pädagogisch qualifizierten und charakterlich geeigneten durch den Vertrauenslehrer an der jeweiligen Schule empfohlenen jungen Menschen – Schülerin oder Schüler -, der sich der schwierigen, aber lohnenden Aufgabe der Integration ausländischer Mitbürger (Kinder) verpflichtet fühlt.
Der Scout wird folgende Hinweise beachten:
1. Anmeldung
Nach Information über das Rotary-Projekt (Internet, Bekannte, Medien oder RC-Verbindungslehrer an der Schule) gibt er dem Verbindungslehrer seine üblichen Daten (Name, Adresse, Rufnummer, E-mail, Alter etc.), die bei Empfehlung durch den Verbindungslehrer an den RC-Verteiler gelangen.
2. Zuordnung
Herr Tullius ordnet dem Scout einen „Paten“ (ein für die Aufgabe der Betreuung geeigneter Erwachsener) zu. Der „Pate“ ist der Vertrauensmann / die Frau des Vertrauens, die Anlaufstelle für den Scout in Bezug auf das zu stiftende oder praktizierte Lehrverhältnis mit dem Ausländerkind.
3. Kontaktpflege
Der Pate wird mit dem Scout und der Ausländerfamilie einen Termin finden, um ein erstes gemeinsames Vorstellungs- bzw. Vertragsgespräch zu führen, bei dem alle Konditionen des Lernverhältnisses (wie Stoff, Zeiten, Bezahlung etc.) festgelegt werden. Dabei klärt der Pate auch, dass der Scout als Freund kommt, nicht als Lehrer und keinen Nachhilfeunterricht in anderen Fächern gibt.
Der Scout hat in jeder Problemlage den Paten zu kontaktieren und wenigstens einmal im Monat sich zwecks gegenseitiger Information über den Lernstand des Kindes und wegen der Ablieferung des Abrechnungsformulars (s.u.) zu melden.
Sprache Verbindet veranstaltet darüber hinaus 1-2 Mal im Jahr gemeinsame Begegnungen aller Scouts oder auch Veranstaltungen, die zum Nutzen und bei besonderen Events auch zur Freude aller besucht werden sollten. Eine Entschuldigung bei Versäumnissen ist angebracht.
4. Das Lehr- und Lernverhältnis
Der Scout ist gehalten, das durch den Paten leihweise übergebene Lehrmaterial – vor allem auch den theoretischen Teil – genau zu studieren und danach zu handeln.
Es muß noch einmal daran erinnert werden, daß entsprechend dem Alter des Kindes (4-10 Jahre) der pädagogische Ansatz ein spielerischer sein muß. Im Vordergrund steht das soziale Engagement. Darum sind „Freizeitaktivitäten“ besonders erwünscht und sinnvoll. Z.B. sollte der Scout mit dem Migranten-Kind in die Leihbücherei gehen und es anlernen, dort Bücher zu leihen. Darüber hinaus könnte der Scout das betreute Kind auf Sport- oder andere Vereine aufmerksam machen.
Der Scout ist verpflichtet, eine regelmäßige Förderstunde (auf beiden Seiten rechtzeitige Entschuldigung bei Verhinderung) zu gewährleisten. Der Pate hilft ihm gegebenenfalls dabei.
5. Kontakt zum Grundschullehrer/In, bzw. Hauptschullehrer/in
Aus pädagogischen Gründen ist eine Kontaktaufnahme mit der Betreuung im Kindergarten und/oder mit der Grundschullehrerin bzw. GS-Lehrer erforderlich. Auch könnte der Scout den Lehrer/ die Lehrerin nach Arbeitsmaterial fragen.
In der Altersstufe der Klasse 5 gilt Entsprechendes für die weiterführende Schule.
Ein noch einzuführendes Chatforum der Scouts soll für den internen Erfahrungsaustausch sorgen.
6. Lernschwierigkeiten
Es kann sein, daß nach einer Zeit von 1-2 Monaten trotz redlicher Bemühung sich keine Lernerfolge (z.B. meßbar an Übungs- und Klassenarbeiten, Mitteilung des/der Lehrers/In in der Schule) einstellen. Es gibt auch Kinder, die aus Krankheitsgründen sprach- und/oder lernbehindert sind. Hier muß der Pate, der dann weitere Maßnahmen in die Wege leitet (z.B. Elterngespräch, Arzt), unbedingt informiert werden.
7. Entlohnung
Der Scout bekommt für seine Bemühungen 8 € pro Zeitstunde. Von den 8 € zahlt ihm die Familie 0,-€ pro Zeitstunde. Der RC bezuschußt maximal 2 Stunden/Woche/Kind mit je 8 €/h. Die Geldauszahlung übernimmt der Pate nach Vorlage des Abrechnungsformulars.
8. Zertifikat
Der Scout hat nach erfolgreicher Lehrperiode und bei Bestätigung durch den Paten Anspruch auf das Rotary-Zertifikat für Lehrende. Es ist ein wichtiges Zeugnis bei späteren Bewerbungen in den verschiedensten Berufen.
9. Homepage
Auf der Internetseite www.sprache-verbindet.de findet der Scout neben allgemeinen Informationen über das Projekt einen separaten „Scout-Bereich“ mit einer Terminübersicht, Fotos von Schulungen und Scout-Veranstaltungen sowie Lernmaterial und Formulare zum Herunterladen.
Der Scout gelangt mit dem Benutzernamen: „scout-square“ und dem Passwort: „deutsch“ in diesen besonderen Bereich. Herr Schwerter bzw. Frau Hüssen nehmen gerne Vorschläge zur Erweiterung der Homepage entgegen.
Das pädagogische Handeln vollzieht sich unter den Aspekten von Freiheit und Verantwortung unter strikter Beachtung der Menschenwürde und aktiver Toleranz im Rahmen des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.